Eichmann in Jerusalem

Anfang dieses Jahres wurde anlässlich des Holocaust-Gedenktages die Frage gestellt, ob dieser überhaupt noch den Bundesbürger interessiert oder vielmehr eine Beschäftigung der Intellektuellen ist, denen er eine feierliche Gelegenheit bietet, sich in Gesellschaft hoch-geachteter Persönlichkeiten einer Art ritualisiertem Gedenken zu widmen.

Der Fall Adolf Eichmann, letztes Jahr wegen der Veröffentlichung seines Gnadengesuchs für kurze Zeit in der Presse aufgeleuchtet, ist längst wieder Schnee von gestern und nun wirklich von nur partikularem Interesse für den Durchschnittsbürger. Vielleicht aber nicht die allgemeinen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Prozess aufgeworfen wurden: Wie unterscheidet der Mensch Recht von Unrecht? Und was hält ihn davon ab, Unrecht zu tun? Von diesen handelt folgende Artikelserie, die erste wirklich neue in diesem Blog: